Adriana Rullmann Dipl.-math.  /  Kinesiologin

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  Der Gast Eine Geschichte Bert Hellingers  

    

Irgendwo, weit weg von hier, dort, wo einmal der Wilde Westen war, wandert einer mit dem Rucksack auf dem Rücken durch weites, menschenleeres Land.

Nach stundenlangem Marsch - die Sonne steht schon sehr hoch und sein Durst wird groß - sieht er am Horizont ein Farmhaus.

"Gott sei Dank", denkt er, "endlich wieder mal ein Mensch in dieser Einsamkeit. Bei ihm kehre ich ein, bitte ihn um etwas zu trinken, und vielleicht setzen wir und noch auf die Veranda und unterhalten uns, bevor ich wieder weiterziehe." Und er malt sich aus, wie schön es sein wird.

Aber, als er näher kommt, sieht er, wie der Farmer sich im Garten vor dem Haus zu schaffen macht, und ihn befallen erste Zweifel:  "Wahrscheinlich hat er viel zu tun, und wenn ich sage, was ich möchte, falle ich ihm lästig; er könnte meinen, ich sei unverschämt ... ". Als er dann an der Gartentüre kommt, winkt er dem Farmer nur und geht vorbei.

Der Farmer seinerseits sah ihn schon von ferne, und er freute sich.

"Gott sei dank! Endlich wieder mal ein Mensch in dieser Einsamkeit. Hoffentlich kommt er zu mir. Dann werden wir etwas trinken. Und vielleicht setzen wir uns noch auf die Veranda und unterhalten uns, bevor er wieder weiterzieht." Und er ging ins Haus, um Getränke kalt zu stellen.

Als er aber den Fremden näher kommen sah, begann auch er zu zweifeln. "Er hat es sicher eilig, und wenn ich sage, was ich möchte, falle ich ihm lästig; und er könnte meinen, ich dränge mich auf. Doch vielleicht ist er durstig und will von sich aus zu mir kommen. Am besten ist, ich gehe in den Garten vor dem Haus und tue so, als ob ich mir zu schaffen mache. Dort muss er mich sehen, und wenn er wirklich zu mir will, wird er es schon sagen." Als der andere nur herüberwinkte und seines Weges weiterzog, sagte er: "Wie schade!"

Der Fremde aber wanderte weiter.

Die Sonne stieg noch höher, und sein Durst wird größer, und es dauert Stunden, bis er am Horizont ein anderes Farmhaus sieht.

Er sagt sich: "Diesmal kehre ich bei dem Farmer ein, ob ich lästig falle oder nicht. Ich habe solchen Durst, ich brauche etwas zu trinken." 

Doch auch der Farmer sah ihn schon von ferne und dachte: "Der kommt doch hoffentlich nicht zu mir. Das fehlte mir gerade noch.  Ich habe viel zu tun und kann mich nicht auch noch um andere Leute kümmern." Und er machte mit der Arbeit weiter, ohne aufzublicken.

Der Fremde aber sah ihn auf dem Feld, ging auf ihn zu und sagte: "Ich habe großen Durst. Bitte gib mir zu trinken. "

Der Farmer dachte: "Abweisen kann ich ihn jetzt nicht, schließlich bin ich auch ein Mensch."  Er führte ihn zu seinem Haus und brachte ihm zu trinken.

Der Fremde sagte: "Ich habe deinen Garten gesehen angeschaut. Man sieht, hier war ein Wissender am Werk, der Pflanzen liebt und weiß, was sie brauchen." Der Farmer freute sich und sagte: "Ich sehe, auch du verstehst etwas davon." Er setzte sich, und sie unterhielten sich lange.

Dann stand der Fremde auf und sagte: "Jetzt ist es Zeit für mich zu gehen."

Der Farmer aber wehrte ab. "Schau", sagte er, "die Sonne steht schon tief. Bleib diese Nacht bei mir. Dann setzten wir uns auf die Veranda und unterhalten uns, bevor du morgen weiterziehst."   Und der Fremde stimmte zu.

Am Abend saßen sie auf der Veranda, und das weite Land lag wie verklärt im späten licht.

Als es dann dunkel war, begann der Fremde zu erzählen, wie ... 

Eigentlich ist das die Geschichte Hellingers über den Tod. Ich selbst möchte hier eine "Atempause" einlegen und dich einladen mit mir erst einmal über die Erkenntnisse nachzudenken die wir bereits bis hierher gewinnen können.  Und vielleicht auch darüber, ob wir sie in unsrem Alltag leben ...  ( leben wollen?... / leben können? ...)
Die Geschichte weiterlesen?  In Bücher Hellingers mit Mitschnitten von seinen Seminaren oder auch  in:

ISBN 3-426-87029-0      Thomas Schäfer      "Was die Seele krank macht und was sie heilt"      Seite 230